Montessori-Pädagogik
Die Montessori-Pädagogik geht auf die italienische Ärztin, Reformpädagogin, Philosophin und Philanthropin Maria Montessori zurück.
Sie definierte die Lehrer- und Schülerrolle neu und entwickelte moderne Unterrichtsformen und didaktisches Arbeitsmaterial für eine „vorbereitete Umgebung“. Zusammen geben diese dem kindlichen Forschungs- und Entwicklungsdrang Raum und ermöglichen selbst bestimmtes Lernen.
In zahlreichen Ausbildungskursen hat sie interessierte Pädagoginnen und Pädagogen aus verschiedensten Ländern für ihre Ideen gewonnen. Zur Pädagogik gibt es eine breite Literaturpalettte (siehe "Literatur").
In einer hundertjährigen Praxis haben sich ihre Prinzipien weltweit bewährt. Lange vor PISA führte sie alters- und leistungs gemischte Klassen ein.
Gerade in der aktuellen Diskussion über die Fortentwicklung des Schulwesens werden viele Elemente der Montessori-Pädagogik als Möglichkeit zur besseren Entwicklung des Leistungspotentials angeführt, jedoch häufig ohne Quellenhinweis. Auch die moderne Hirnforschung bestätigt Montessoris empirische Ergebnisse.
Was ist Montessori-Pädagogik?
- der Entwurf einer geordneten Weltsicht, an dem Kinder sich orientieren und so zu einer Welt- und Selbsterkenntnis befähigt werden können.
- will die Beziehungen zwischen den Dingen herstellen und nicht Einzelheiten lehren
- will, dass Kinder in ihrem Lernen als ganze, unteilbare Persönlichkeiten wahrgenommen werden, das sog. Kopf-Herz-Hand-Lernen
- eine Erziehung zu Sachlichkeit, Ganzheitlichkeit und Verantwortlichem Denken.
- das Selbstwerk des Kindes und damit dessen unabhängige und mündige Persönlichkeit zu fördern, Lernen wird dabei weniger durch pädagogisches „Einreden“, sondern durch die Anleitung zur Selbsttätigkeit bewirkt („Hilf mir, es selbst zu tun“).
Unsere Lehrer
- haben eine unbedingte Bereitschaft zum pädagogischen Dienst, das Kind zu Unabhängigkeit und Mündigkeit zu führen
- eine „Haltung der Liebe“ und die Achtung vor der Individualität und Würde des Kindes, -eine fundierte pädagogisch-wissenschaftliche Bildung, um notwendige Lebens- undLernhilfen bereitstellen zu können
- die Kompetenz, um Lerninteressen oder Begabungen, sensible Phasen aber auch Entwicklungs- und Lernprobleme bei Kindern zu erkennen
- entsprechend angepasste Lern- bzw. Lösungsangebote auf wissenschaftlicher Grundlage bereitzustellen und methodisch effizient zu vermittel
Wie funktioniert
- weg vom Frontalunterricht, hin zu einem offeneren und demokratischen Unterricht, in dem das individuelle, kreative Lernen sowie die Begabungen des einzelnen Kindes im Vordergrund stehen
- schriftliche individuelle Beurteilungen statt Noten im Grundschulbereich
- Sehr viel Freiarbeit als sozial flexibles Konzept selbst organisierten Lernens und Arbeitens, um Unterschiede anzuerkennen und pädagogisch fruchtbar zu machen.
Mehr Infos
- Ein guter Einstieg in das Thema ist Montessori-Pädagogik - Das Konzept der Erziehung in Elternhaus, Kindergarten und Grundschule von Barbara Stein und der Fachgruppe "Theorie" der Dozentenkonferenz der deutschen Montessori-Vereinigung e.V., Stand 2003.
- Das ebenfalls Dokument Profil der Montessori-Pädagogik und ihrer Einrichtungen, erarbeitet von Prof. Dr. Hans Dietrich Raapke, Universität Oldenburg, und der Fachgruppe Theorie beschreibt die Pädagogik ausführlicher.